Praxistipp 6

Planung des Datenmanagements

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Was sind Forschungsdaten?

Die OECD definiert Forschungsdaten als faktische Aufzeichnungen (numerische Werte, Textaufzeichnungen, Bilder und Töne), die als primäre Quellen für wissenschaftliche Forschung verwendet werden und die in der wissenschaftlichen Gemeinschaft allgemein als notwendig für die Validierung von Forschungsergebnissen akzeptiert werden.

Warum Forschungsdaten verwalten?

Von Beginn Ihrer Forschung an werden Sie Daten sammeln, produzieren und nutzen. Das Forschungsdatenmanagement (FDM) ist Teil des Forschungsprozesses. Es umfasst alle Aktivitäten, die mit dem Sammeln, Beschreiben, Speichern, Verarbeiten, Analysieren, Archivieren und Zugreifen auf Daten zu tun haben.

Wie verwaltet man Forschungsdaten?

Oftmals muss das Datenmanagement bereits zu Beginn eines Projekts durch die Erstellung eines Datenmanagementplans (DMP) antizipiert werden. Dieses Dokument hilft Ihnen, darüber nachzudenken, wie Sie Ihre Daten, Dateien und andere unterstützende Dokumente während und nach dem Projekt organisieren. Viele Forschungsförderungsorganisationen, darunter beispielsweise die DFG, die Europäische Kommission und das 9. Forschungsrahmenprogramm „Horizon Europe“, verlangen inzwischen die Vorlage eines DMP. Ein DMP ist ein fortlaufendes Dokument, das während Ihres Forschungsprojekts aktualisiert werden muss.

Empfehlungen zum Umgang mit Forschungsdaten in der Wirtschaftsforschung

Forschungsdatenmanagement hilft Ihnen während des Projekts und auch nach dem Projekt, auf Herausforderungen zu reagieren, die im Umgang mit Daten auftreten. Dies kann auch die Datenverwaltung betreffen, die nach vorheriger Konzeption in einem Datenmanagementplan oftmals stringenter und sinnvoller angelegt wird. Verantwortlichkeiten, Zugriffsrechte und klare Planungen machen es für Sie und das Forschungsteam einfacher, die Daten zu verwalten und sie ggf. für andere zugänglich und wiederverwendbar zu machen. Am Ende des Projekts erleichtert es die Archivierung und Weitergabe von Datensätzen.

Was sollte ein Datenmanagementplan enthalten?

Sammlung und Dokumentation: Hier geht es darum, Art, Format und Umfang der Daten zu beschreiben, die Sie sammeln werden. Das Format der erzeugten Daten hängt in der Regel mit der Software zusammen, die Sie verwenden. Es hat Auswirkungen auf die Möglichkeiten der gemeinsamen Nutzung und Langzeitarchivierung. Zudem erleichtern Ihnen die anfänglichen Beschreibungen in einem Datenmanagementplan nicht nur das Erstellen einer Dokumentation, sondern auch der Metadaten. Diese Dokumentation ist für das Verständnis Ihrer Daten nützlich, und Sie werden sie während der Produktionsphase weiter anreichern.  

Speicherung und Aufbewahrung: Wie werden die Daten während Ihrer Forschung gespeichert und aufbewahrt? Wer hat wann darauf Zugriff? Wo werden die Daten nach Ende eines Projekts aufbewahrt? Wer wird für die Wiederherstellung der Daten verantwortlich sein, wenn es einen Zwischenfall gibt? Je früher Sie sich hierüber Gedanken machen, desto besser.

Rechtliche und sicherheitstechnische Fragen: Welche Schutzvorschriften gelten für Ihre Daten? Welche Methoden werden Sie einsetzen, um den Schutz von personenbezogenen Daten oder anderen sensiblen Daten zu gewährleisten? Was müssen Sie beachten, wenn Sie Daten von Personen über den unmittelbaren Verwendungszweck erhalten möchten? Sie sollten sich insbesondere über die EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) informieren.

Für die gemeinsame Nutzung von Daten und die langfristige Aufbewahrung denken Sie bitte darüber nach:

  • welche Personen Ihre Daten möglicherweise nutzen möchten,
  • welche Kriterien für die Auswahl der Daten gelten, die weitergegeben werden sollen,
  • wie lange die Daten aufbewahrt werden sollen,
  • in welchem Data Repository, Sie die Daten ablegen könnten,
  • wie Sie Ihre Daten identifizieren können (persistenter Identifikator/DOI).

Zuständigkeiten und Ressourcen: Spezifizieren Sie die Rollen und Zuständigkeiten der Personen, die an dem Projekt arbeiten, insbesondere im Fall von Verbundprojekten, an denen viele Forscher:innen, Institutionen und Gruppen mit unterschiedlichen Arbeitsmethoden beteiligt sind.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Forschung!

Stand: März 2021
Fragen, Kommentare und Hinweise gern an open-science@zbw.eu



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