Umdenken bei Forschungsdaten

Die Replizierbarkeit von Forschungsergebnissen ist ein wichtiges Qualitätskriterium, um die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft zu erhöhen. Dieser Aussage stimmen in der ZBW-Studie zu Open-Science-Praktiken in den Wirtschaftswissenschaften 87 Prozent der Befragten zu.

Offene wissenschaftliche Daten machen datenbasierte Forschungsergebnisse transparent und überprüfbar. Nachnutzung vermeidet unnötige Doppelarbeit und spart Kosten. Die Vernetzung verschiedener offener Datenquellen ermöglicht außerdem völlig neue Forschung, die vorher gar nicht denkbar war. Und: Offene Daten beschleunigen die wissenschaftliche Arbeit, wie das Beispiel der Ehec-Epidemie in Deutschland im Jahr 2011 gezeigt hat. Das zeitnahe Teilen ermöglichte es Mediziner*innen weltweit, sich am Kampf gegen das Bakterium und seine Auswirkungen zu beteiligen. Auch im Kampf gegen den Ebola-Virus 2014 bis 2016 teilten 93 Wissenschaftler*innen aus 53 Institutionen in 16 Ländern unterschiedliche Datensätze. Zum Coronavirus (SARS-CoV-2) tauschen sich 2020 Forscher*innen Daten und Code über die Disziplinen hinweg aus und veröffentlichen ihre Arbeiten so schnell wie möglich.

Die Zukunft ist uneingeschränkter Zugriff auf global verteiltes und vernetztes Wissen.

ZBW schafft Infrastrukturen für das Forschungsdatenmanagement in den Wirtschaftswissenschaften.
Mit der zunehmenden Bedeutung empirischer Arbeit, entstehen neue Herausforderungen für wissenschaftliche Infrastrukturen:

  • Fachzeitschriften brauchen digitale Orte, wo sie Datensätze und weitere Materialien zu empirischen Fachartikeln ablegen und andererseits bereitstellen oder teilen können.
  • Empirisch Forschende müssen die Möglichkeit haben, ihre Replikationsstudien zu veröffentlichen und so ihre wissenschaftliche Karriere zu unterstützen.

Die ZBW hat sich dieser Themen angenommen und folgende Angebote für Wirtschaftsforschende entwickelt:

Journal Data Archive

Testen Sie das JDA

International Journal for Re-Views in Empirical Economics (IREE)

Testen Sie IREE


Unsere Themen und das Team im Bereich Forschungsdatenmanagement:

Um die Wirtschaftsforschung im Bereich des fachlichen Forschungsdatenmanagements bestmöglich unterstützen zu können, finden sich in unserem Team verschiedene Spezialisierungen und Kompetenzen.


Welche Forschungsdatenrichtlinien haben Fachzeitschriften und Forschungsförderer? 

In der wissenschaftspolitischen Debatte nimmt die Bedeutung von Forschungsdaten seit Jahren zu. Zum einen ist dies den Anforderungen an reproduzierbare und offene Forschung (Open Science) geschuldet. Zum anderen ist speziell für die Forschungsförderung die nachhaltige Speicherung und Bereitstellung von erhobenen Forschungsdaten von hoher Relevanz. Mit Open Data können Doppelerhebungen vermieden und bereitgestellte Daten in unterschiedlichsten Forschungskontexten nachgenutzt werden. 

Fachzeitschriften und Forschungsförderung haben daher inzwischen oft Richtlinien zum Umgang mit Forschungsdaten. Werden Forschungsgelder beantragt oder soll ein Fachartikel eingereicht werden, kommen Forschende oftmals in Berührung mit diesen Anforderungen.


Fragen rund um Forschungsdatenrichtlinien von Fachzeitschriften und der Forschungsförderung beantwortet Ihnen:

Sven Vlaeminck ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Projektmanager für Forschungsdatenmanagement an der ZBW.

Zu seinen Arbeitsschwerpunkten zählen unter anderem:

  • Produktmanagement des ZBW Journal Data Archivs,
  • Aus- und Fortbildung von Promovierenden zu Forschungsdatenrichtlinien von wirtschaftswissenschaftlichen Zeitschriften und Forschungsförderern
  • Beratung von Wirtschaftsforschenden zur Ablage von Forschungsdaten in Datenrepositorien

Sven Vlaeminck ist in folgende Initiativen und Projekte involviert:


Was ist eine Replikationsstudie und wozu braucht man so etwas in der Forschung?

Replikationen sind wissenschaftliche Wiederholungsstudien. Je nach Art der Replikation können mithilfe dieser Arbeiten Aussagen über die Reproduzierbarkeit, Robustheit und Verallgemeinerbarkeit von empirischen Ergebnissen getroffen werden. Damit sind Replikationsstudien ein wichtiges wissenschaftliches Instrument für die Validierung von Forschungsergebnissen und ein wichtiger Zwischenschritt für die evidenz-basierte Politikberatung.

Welche Arten von Replikationsstudien gibt es und welche Aussagen können damit jeweils genau getroffen werden? Wo kann man eine wirtschaftswissenschaftliche Replikationsstudie veröffentlichen? Was macht eine gute Replikationsstudie aus und wie kann die eigene Forschung replizierbar gestaltet werden?


Diese und andere Fragen rund um Replikationen und replizierbare Forschung mit Daten beantwortet Ihnen:


Prof. Dr. Martina Grunow ist Managing Editor des International Journal for Re-Views in Empirical Economics (IREE) und Professorin für Gesundheitsökonomie an der Medical School Hamburg.

Zu ihren Arbeitsschwerpunkten an der ZBW zählen unter anderem:

  • Management des International Journal for Re-Views in Empirical Economics – IREE (ein Journal für Replikationsstudien in den Wirtschaftswissenschaften)
  • Data Reviews von Einreichungen bei IREE
  • Anforderungen an die Reproduzierbarkeit publizierter Forschungsergebnisse
  • Aus- und Fortbildung von Promovierenden zur Gestaltung reproduzierbarer Forschung

Martina Grunow ist in folgende Initiativen und Projekte der ZBW involviert:

  • Fachzeitschrift International Journal for Re-Views in Empirical Economics (IREE)

Hands-on Workshopreihe: „Gute wissenschaftliche Praxis und reproduzierbare Forschung mit STATA“


Was sind Persistente Identifikatoren und weshalb sind diese für Forschungsdaten wichtig?

Die zuverlässige Identifizierung und Zitierung von Forschungsdaten, insbesondere von solchen, die zur Beantwortung einer bestimmten Forschungsfrage verwendet wurden, ist immer noch begrenzt. Klassische bibliografische Methoden der Datenzitation stoßen hier oft an ihre Grenzen.

Eine praktikable Lösung für dieses Problem ist die Verwendung spezifischer persistenter Identifikatoren, wie eines DOIs (Digital Object Identifier). Durch Vergabe eines DOI wird ein Objekt, z.B. ein Forschungsdatensatz, dauerhaft zitierfähig, verlinkbar und gezielt suchbar gemacht. Der DOI-Name ist dem Objekt permanent zugeordnet und erlaubt eine Referenzierung auch bei Veränderung des Speicherplatzes.


Fragen zur DOI Registrierung von Forschungsdaten und entsprechenden Angebote beantwortet Ihnen:

Ralf Toepfer ist stellvertretender Abteilungsleiter derAbteilung Publikationsdienste.

Zu seinen Arbeitsschwerpunkten zählen unter anderem:

  • Vergabe und Beratung zu persistenten Identifikatoren von Forschungsdaten
  • Vertretung der ZBW in Gremien mit Bezug zum Management von Forschungsdaten
  • informationswissenschaftliche Studien zum Publikationsverhalten in den Wirtschaftswissenschaften

Ralf Toepfer ist in folgende Initiativen und Projekte involviert:

Initiierung und Management von Drittmittelprojekten im Kontext wirtschaftswissenschaftlicher Forschungsdaten



Haben Sie Fragen und Anregungen? Kontaktieren Sie uns gern:

Sven Vlaeminck
Projektmanager im Bereich Forschungsdaten
T. +49 40 42834-415

E. s.botvlaeminck@filterzbw.scripteu

Prof. Dr. Martina Grunow
Herausgeberin des IREE
T. +49 40 42834-453

E. m.botgrunow@filterzbw.scripteu

Ralf Toepfer
Projektmanager im Bereich Forschungsdaten
T. +49 40 42834-449

E. r.bottoepfer@filterzbw.scripteu



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