Open Access und Lizenzmanagement
ZBW als Konsortial- und Verhandlungsführer

Foto: Thomas Panzau
Die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft nimmt eine zentrale Position in der Open-Access-Transformation des wirtschaftswissenschaftlichen Publikationsmarktes ein. Als Konsortial- und Verhandlungsführerin agiert die ZBW nicht nur als Vermittlerin zwischen Forschungseinrichtungen und Verlagen, sondern gestaltet aktiv die Rahmenbedingungen für die zukünftige Publikationslandschaft. 2025 wurden zahlreiche Angebote neu verhandelt und auf der Basis bisheriger Erfahrungen die Verhandlungen für ein Anschluss-Transformationsvertrag mit dem Wissenschaftsverlag Taylor & Francis begonnen.
Neuauflage des Vertrags mit dem Wissenschaftsverlag Taylor & Francis
Die ZBW übernimmt in der Open-Access-Transformation des wissenschaftlichen Publikationsmarktes eine zentrale Rolle. Dazu gehört nicht nur die Koordination von Konsortien, sondern auch die Verhandlung von Rahmenbedingungen, die den unterschiedlichen Anforderungen der Wissenschaftseinrichtungen entsprechen. Als Verhandlungsführerin steht die ZBW im direkten Austausch mit anderen konsortialführenden Einrichtungen auf nationaler und internationaler Ebene und erarbeitet gemeinsam mit Partnern Vertragsmodelle, die die Transformation zu Open Access unterstützen.
Ein zentrales Beispiel dafür ist die Neuauflage des Vertrags mit dem Wissenschaftsverlag Taylor & Francis. Für einen ersten, dreijährigen Vertragszeitraum ist es der ZBW nach intensiven Verhandlungen gelungen, ein Modell zu etablieren, das Open Access ermöglicht, ohne die beteiligten Institutionen zusätzlich finanziell zu belasten. Neben etwa 120 Universitäten, Hochschulen und Forschungseinrichtungen profitieren unter anderem auch die Institute der Leibniz-Gemeinschaft von klar geregelten Publikationsmöglichkeiten im gesamten Portfolio des Verlages. Für Verhandlungsführung und Verlag war dies aber erklärtermaßen nur die Basis für die weitere Entwicklung eines belastbaren Read-&-Publish- Vertrages. Rechtzeitig vor dem Ende des ersten Terms wurde nun 2025 die Verhandlungsgruppe unter Leitung der ZBW etabliert und intensive Verhandlungen mit Taylor & Francis für eine Fortsetzung des Konsortiums geführt.
Read-&-Publish-Vertrag mit Emerald Publishing
Ein weiterer Verhandlungserfolg ist die Entwicklung des Read-&-Publish-Vertrages mit Emerald Publishing. Die ZBW schafft damit für Nutzende der teilnehmenden Einrichtungen klare Vorteile. Der Zugriff auf die Inhalte der Emerald-Zeitschriften ist zuverlässig und zu vorteilhaften finanziellen Rahmenbedingungen geregelt; entsprechend der jeweiligen Bedarfsprofile kann das gesamte Zeitschriftenangebot des Verlages oder einzelne Fachpakete über das Konsortium lizenziert werden. Gleichzeitig ist das Publizieren im Open Access in den abgedeckten Zeitschriften ohne zusätzliche Gebühren vertraglich vereinbart. Durch einen gesicherten Workflow reduziert sich für Autor:innen der administrative Aufwand und schafft Transparenz über die Publikationsbedingungen im Open Access. Insgesamt unterstützt das konsortiale Angebot sowohl die umfassende Versorgung mit Fachliteratur als auch die Sichtbarkeit und Nachnutzbarkeit eigener Forschungsergebnisse im Open Access.
Konsortiale Angebote ausgebaut und Konditionen verbessert
Die ZBW hat 2025 beispielsweise im neu aufgesetzten Konsortium mit der Economist Group für zwei Optionen ein deutschlandweites Angebot verhandelt. Zum einen wird der Zugang zur Nachrichtenplattform „The Economist“ für eine individuelle Nutzung aus der am Konsortium beteiligten Einrichtungen etabliert. Zum anderen gibt es unter deutlich verbesserten Bedingungen ein konsortiales Angebot für die Datenbank EIU Viewpoint des Anbieters. EIU Viewpoint bündelt Analyse, Einordnung und Daten in einer integrierten Plattform und unterstützt damit Recherche, Markt- und Länderanalysen sowie die Bewertung politischer und wirtschaftlicher Entwicklungen. Aus dem Stand haben 20 Wissenschaftseinrichtungen entschieden, diesen neuen Zugang für ihre Beschäftigten und Studierende über das Konsortium zu ermöglichen.
Auch im Bereich Faktendatenbanken konnte die ZBW 2025 einen neuen Abschluss erreichen. Morgan Stanley Capital International (MSCI) ist einer der weltweit führenden Anbieter von Aktienindizes, Risiko-Management-Tools und Analyseinstrumenten. Angeboten werden die MSCI-Nachhaltigkeits- und Klimadaten und damit ein breit gefächertes Spektrum an Datenlösungen, die Nutzende dabei unterstützen, Nachhaltigkeits- und Klimarisiken zu bewerten. Die eigentlich auf den Finanzmarkt ausgerichteten Lizenzbedingungen wurden für das Konsortium auf die Nutzung in der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung und akademischen Lehre angepasst und können auf diese Weise von interessierten Wissenschaftseinrichtungen genutzt werden. MSCI ergänzt das von über 60 Einrichtungen genutzte ZBW-Konsortium für LSEG, ebenfalls eine führende Plattform für Finanzmarkt- und Wirtschaftsdaten, die von der London Stock Exchange Group (LSEG) betrieben wird.
Weitere Informationen zum ZBW-Konsortium: https://www.zbw.eu/de/ueber-uns/zbw-konsortium
Der Text wurde verfasst im April 2026.
