Datenkompetenz als Karrierevorteil

Wie klare Dokumentation Forschung nachvollziehbar macht

Die Bedeutung von Dokumentation und Datenmanagement in der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung wird oft unterschätzt. Dabei sind gerade junge Wirtschaftsforscher:innen darauf angewiesen, ihre Erkenntnisse nachvollziehbar, transparent und langfristig nutzbar zu machen.

Dieser Praxistipp zeigt auf, worauf Sie beim Umgang mit Forschungsdaten achten sollten und wie Sie eine effiziente Datenverwaltung aufbauen.

  1. Strukturierung der Daten – Definieren Sie von Beginn an eine klare Struktur für Ihre Datenerhebung und -ablage. Erstellen Sie ein konsistentes Ordnersystem und nutzen Sie eindeutige Dateinamen, die Informationen über Inhalt, Datum und Version enthalten.
  2. Standardisierte Dokumentation –Dokumentieren Sie Ihre Datensätze ausführlich und standardisiert. Dabei sollten alle relevanten Informationen enthalten sein, etwa zu Methode, Stichprobengröße, Erhebungszeitraum und Erhebungsinstrumenten. Diese Dokumentation erleichtert die Reproduzierbarkeit Ihrer Ergebnisse.
  3. Metadatenmanagement –Führen Sie eine Metadaten-Dokumentation, die neben inhaltlichen Beschreibungen auch Angaben zur Erhebungstechnik, Datenqualität, Software und Versionsnummern umfasst. Gute Metadaten ermöglichen eine schnelle Einschätzung der Datenqualität und deren Verwendbarkeit für spätere Studien.
  4. Versionierung und Archivierung –Nutzen Sie Versionskontrollsysteme, um Änderungen nachvollziehbar zu dokumentieren. Dies gilt insbesondere bei der Verarbeitung von Datensätzen, statistischen Analysen oder beim Schreiben wissenschaftlicher Beiträge. Eine gut organisierte Archivierung schützt zudem vor Datenverlust.
  5. Datenzugang und Datenschutz Achten Sie darauf, personenbezogene Daten gemäß den geltenden Datenschutzrichtlinien zu speichern und zu verwalten. Legen Sie klare Zugriffsrechte fest, um sicherzustellen, dass vertrauliche Informationen geschützt bleiben.
  6. Nachhaltige Datenbereitstellung Erwägen Sie die Nutzung professioneller Datenrepositorien, die Ihre Forschungsdaten langfristig archivieren und zitierfähig bereitstellen. Solche Plattformen erhöhen die Sichtbarkeit und Zitierbarkeit Ihrer Forschung.

Eine professionelle Dokumentation und ein effizientes Datenmanagement sind elementar, um Forschungsergebnisse langfristig nutzbar und nachvollziehbar zu gestalten. Junge Wirtschaftsforscher profitieren erheblich davon, wenn sie diese Praktiken frühzeitig verinnerlichen und in ihrer täglichen Arbeit umsetzen.

Konkrete Tipps für Ihre Forschungspraxis:

  • GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften: Auf der Website von GESIS finden Sie bewährte Vorlagen und detaillierte Leitfäden zur Erstellung von Codebüchern und Metadaten, insbesondere für sozial- und wirtschaftswissenschaftliche Datensätze.
  • KonsortSWD (Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten): Die Webseite bietet umfassende Richtlinien, Checklisten und Best-Practice-Beispiele für das Datenmanagement und die Dokumentation in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Nutzen Si auch den Help Desk für Ihre Forschung. (konsortswd.de)
  • ICPSR (Inter-university Consortium for Political and Social Research): ICPSR bietet umfassende Anleitungen, Tools und Ressourcen, um Forschungsdaten qualitativ hochwertig zu dokumentieren und langfristig zugänglich zu machen. (icpsr.umich.edu)
  • Zenodo und figshare – Datenrepositorien: Diese Plattformen bieten nicht nur Möglichkeiten der Datenarchivierung, sondern enthalten auch zahlreiche gut dokumentierte Datensätze, die als Vorlage dienen können. (zenodo.org, figshare.com)
  • Research Data Management Organiser (RDMO): Ein webbasiertes Tool, das Sie strukturiert bei der Planung und Dokumentation von Forschungsdaten begleitet. (rdmorganiser.github.io)
  • Open Economics Guide: Hier gibt es eine breite Übersicht zum Thema Open Data in der Wirtschaftsforschung.

*Der Artikel wurde veröffentlicht am 18. März 2025.