Open Science


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Was ist Open Science?

Bei Open Science geht es im Kern darum, die Glaubwürdigkeit und die Qualität in der Forschung in einem digital vernetzten Zeitalter zu verbessern. Wichtigstes Merkmal ist dabei Offenheit bzw. Transparenz. Zum einen werden Forschungsergebnisse und -methoden von der Ideenfindung bis hin zur Publikation umfassend und frei zugänglich offengelegt, so dass andere Forschende diese überprüfen aber auch in der eigenen Forschung nachnutzen können. Zum anderen wird der so genannte „Elfenbeinturm“ verlassen und Forschung öffnet sich gegenüber gesellschaftlichen Akteuren wie Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft. Neben der gezielten Vermittlung von Forschungsergebnissen ermöglicht diese Öffnung auch die aktive Einbindung dieser Akteure in Forschungsprozesse.
Open Science verfolgt somit etablierte Prinzipien guter wissenschaftlicher Praxis und überträgt diese in die Gegenwart vernetzter Forschung, unter anderem auch mit Hilfe der Potenziale durch die Digitalisierung. Dazu werden entsprechende Infrastrukturen für wissenschaftliches Forschen, Lehren und Lernen, sowie für den Transfer benötigt.


Warum ist Open Science sinnvoll?

Open Science ermöglicht aufgrund höherer Transparenz eine Effizienzsteigerung und bessere Qualitätssicherung in der Forschung. Insbesondere im Bereich der Forschungsdaten bietet sich hier die Chance, die Möglichkeiten der Digitalisierung für mehr Offenheit zu nutzen.  Dadurch dass Forschungsdaten besser bereitgestellt und auffindbar sind, können sie vielfältiger nachgenutzt und eine doppelte Erhebung vermieden werden. Und je umfassender verwendete Daten, Software, Methoden usw. dokumentiert und veröffentlicht werden, desto besser können Forschungsergebnisse auch überprüft und reproduziert werden. Geschieht dies bereits bei Teilergebnissen oder sogar in der Planungsphase, so ist zudem eine frühzeitigere Qualitätssicherung möglich.

Die durch Open Science geschaffene Transparenz ermöglicht auch der Gesellschaft einen tieferen Einblick in die Wissenschaft. Dadurch kann Vertrauen in öffentlich finanzierte Forschung geschaffen und die Glaubwürdigkeit gestärkt werden. Derzeit werden zudem unterschiedliche Modelle erprobt, gesellschaftliche Akteure aktiv in Forschungsprozesse einzubinden.


Wo sind die Grenzen von Open Science?

Auch wenn Offenheit und Transparenz die zentralen Ziele von Open Science sind, so ist dieser Ansatz nicht immer vollständig umsetzbar. Manchmal gibt es gute Gründe für Geschlossenheit, was sich exemplarisch bei Forschungsdaten zeigt. Bei personenbezogenen Daten etwa aus der medizinischen Forschung geht der Datenschutz vor und entsprechende Daten können somit nicht einfach veröffentlicht werden.

Die Einwilligung der betroffenen Personen vorausgesetzt, können aber geschützte Rahmenbedingungen für die Nutzung geschaffen werden. Beispielsweise wird der Zugriff auf bestimmte Gruppen eingeschränkt und die Daten müssen in anonymisierter oder aggregierter Form vorliegen. In der Forschung mit Unternehmensdaten gibt es eine ähnliche Sensibilität zum Schutz geistigen Eigentums. Wichtig ist, dass die Existenz von Daten überhaupt erst einmal bekannt ist, ohne dass letztere dabei zwingend direkt abrufbar sein müssen.


Was sind die Dimensionen von Open Science?

Open Science dient als Sammelbegriff verschiedener Bewegungen. Die wichtigsten darunter sind:

  • Open Access: Wissenschaftliche Publikationen sind für alle kostenfrei zugänglich und liegen nicht hinter einer Bezahlschranke eines Verlags.
  • Open Data: Forschungsdaten werden nach offenen Prinzipien bereitgestellt und publiziert.
  • Open Educational Resources: Materialien in der Bildung und Lehre werden so zur Verfügung gestellt, dass Lehrende und  Lernende diese frei verwenden, bearbeiten und verbreiten  dürfen.
  • Open Methodology: Eingesetzte wissenschaftliche Methoden werden dokumentiert und veröffentlicht.
  • Open Peer Review: Die Abläufe im Peer Review, ein wesentliches Instrument wissenschaftlicher Begutachtung zur  Qualitätssicherung, sind nachvollziehbar und transparent.
  • Open Source: Es werden quelloffene Technologien (Soft- und Hardware) eingesetzt sowie eigene Entwicklungen auch als Open Source für andere bereitgestellt.


Zum Leaflet „Was ist Open Science?“: http://zbw.to/leaflet


Stimmen aus der Wirtschaftsforschung

Prof. Dr. Ernst Fehr

UBS Center for Economics in Society, University of Zürich

Freier Informationsfluss ist ein Schlüsselfaktor für wissenschaftlichen Fortschritt. Open Science trägt massgeblich dazu bei.


Prof. Dr. Isabel Schnabel

Professorin für Finanzmarktökonomie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn und Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank (EZB)

Transparenz ist unverzichtbar – in der Forschung ebenso wie bei Zentralbanken. Das gilt besonders in der Coronakrise, aber auch darüber hinaus. Denn nur mit einem offenen Austausch kann man Wissensfortschritte erzielen und erklären.


Prof. Dr. Dr. h.c. Clemens Fuest

Präsident des ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V.

Open Science bedeutet nicht nur mehr Transparenz des Erkenntnisprozesses, Nachvollziehbarkeit und somit Vertrauen. Open Science bedeutet gesellschaftlicher Fortschritt.


Prof. Marcel Fratzscher, Ph.D.

Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Berlin

Die Coronakrise zeigt, wie wichtig Open Science auch für die Wirtschaftswissenschaften ist denn nur so können wir als Wissenschaftler*innen unserem Auftrag gerecht werden und umfassend Politik und Gesellschaft zu den brennenden Themen unserer Zeit unterstützen.


Prof. Dr. Friederike Welter

Präsidentin des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn, Inhaberin des Lehrstuhls für allgemeine BWL an der Universität Siegen

Ich erlebe seit Jahren, dass es die eigene Forschungstätigkeit ungemein bereichert, wenn man seine quantitativen und qualitativen Ergebnisse mit anderen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen teilt: Man entdeckt nicht nur neue Forschungsperspektiven, sondern es ergeben sich auch sehr viel leichter gemeinsame internationale Forschungsstudien.


Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer

Direktor CAR – Center Automotive Research, Duisburg

Es ist DIE Win-Win-Strategie für unsere Gesellschaft und Wissenschaft, wenn Open Science zu Alltag wird. Die digitale Welt braucht Open Science.


Prof. Dr. Claudia Kemfert

Deutsches Institut for Wirtschaftsforschung e.V. Berlin

Open Science ermöglicht nicht nur einen effektiven Austausch von Forschungsergebnissen und sichert damit den elementaren wissenschaftlichen Fortschritt sondern schafft wichtige Transparenz für eine Vernetzung aller globalen WissenschaftlerInnen insgesamt.


Prof. Dr. Ottmar Edenhofer

Direktor und Chefökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung

Moderne Wirtschaftforschung sollte Optionen aufzeigen und die jeweiligen Chancen und Risiken darlegen, auch was man sicher weiß und wo es Unsicherheiten gibt. Wir müssen zugrundeliegende Werturteile und unsere Methoden erklären, das Warum und das Wie. Das alles macht Mühe. Aber das macht uns auch stark.


Prof. Dr. Maja Göpel

Generalsekretärin Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen

In Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche und Unsicherheiten spielen vertrauensstiftende Begründungen politischer Entscheidungen eine wichtige Rolle. Open Science gibt dafür die Richtung vor.


Prof. Dr. Peter Bofinger

Lehrstuhl für VWL, Geld und internationale Wirtschaftsbeziehungen, Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Als Wirtschaftswissenschaftler*innen sind wir Open Science in besonderem Maße verpflichtet. Nur durch Offenheit und Transparenz können wir unserem Auftrag gerecht werden, Politik und Gesellschaft bei den großen Aufgaben dieser Zeit zu unterstützen.


Prof. Dr. Dr. h. c. Lars P. Feld

Direktor des Walter Eucken Instituts

Wie wir unsere Wissenschaftskommunikation organisieren, ist weit über die akademische Welt hinaus von Bedeutung. Nur durch Offenheit und Transparenz können wir gesellschaftliche Probleme kooperativ meistern.


Prof. Dr. Ann-Kristin Achleitner

Technische Universität München, Lehrstuhl für Entrepreneurial Finance

Open Science macht den wissenschaftlichen Prozess sichtbar und legt so eine Grundlage für Vertrauen in die Wissenschaft.


Prof. Gabriel Felbermayr, Ph.D.

Präsident des Institutes für Weltwirtschaft, Kiel

Offenheit, Transparenz und das Teilen von Wissen sind wichtige Bausteine, um die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft zu verteidigen und ihren Gegnern Angriffsflächen zu nehmen.

Ich unterstütze Open Science als Bewegung, die das offene Teilen von Publikationen, Forschungsdaten und Codes voranbringt und den Austausch der Wissenschaftler*innen untereinander und mit Dritten fördert.


Dr. Judith Kohlenberger

Wirtschaftsuniversität Wien

Erst die öffentliche Verfügbarkeit von Forschungsergebnissen ermöglicht einen seriösen und kritischen Diskurs über deren Qualität und Aussagekraft.

Mehr Transparenz führt nicht nur zu höheren Qualitätsstandards, sondern hilft auch das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass „Wissen schaffen“ nicht im sozialen, historischen oder politischen Vakuum passiert und keine absoluten Wahrheiten erzeugt.


Prof.  Dr. Dr. h. c. Christoph M. Schmidt

Präsident des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und Professor an der Ruhr-Universität Bochum. Ko-Vorsitzender des Deutsch-Französischen Rates der Wirtschaftsexperten.

Sharing is caring – das gilt insbesondere auch für Daten und Erkenntnisse in den Wirtschaftswissenschaften. Open Science bringt uns alle weiter, denn sie ermöglicht schnellere und bessere Antworten auf die Fragen unserer Zeit.


Prof. Dr. Armin Falk

Direktor des Behavior and Inequality Research Institute (briq) / Universität Bonn

Die Corona-Pandemie hat die Transparenz des wissenschaftlichen Diskurses stärker in den Blickpunkt der öffentlichen Debatte gerückt. Das ist gut so, denn Open Science fördert Vertrauen in die Wissenschaft als Ratgeber der Politik.


Prof. Dr. Justus Haucap

Direktor des Düsseldorf Institute for Competition Economics (DICE)

Wissenschaftlicher Fortschritt lebt davon, dass Theorien und empirische Befunde immer wieder kritisch überprüft werden. Transparenz, d.h. Open Science, ist daher gerade in der Wirtschaftsforschung insbesondere in Bezug auf Annahmen, Methoden und verwendete Daten von überragender Bedeutung.


Prof. Dr. Ludger Wößmann

Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, Ludwig-Maximilians-Universität München; Leiter, ifo Zentrum für Bildungsökonomik

Ohne Transparenz geht es in der Forschung nicht. Jeder muss Zugang zu unseren Forschungsergebnissen haben, und die Datengrundlagen und Methoden müssen klar nachvollziehbar sein.



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