VHB richtet Arbeitsgruppe Open Science ein

Neue Arbeitsgruppe soll Potenziale für die Betriebswirtschaftslehre untersuchen, strukturelle Hemmnisse benennen und bis Ende 2026 Handlungsempfehlungen erarbeiten

Eine Tischoberfläche auf der viele Post-its kleben mit einer Hand, die danach greift

„Open Science kommt. Open Science ist kein Entweder-Oder. Open Science ist ein strategisches Qualitäts- und Kompetenzthema, das die BWL in ihrer Forschungspraxis, Lehre und gesellschaftlichen Verantwortung nachhaltig verändern wird.“

Mit diesen Worten ordnet der Verband der Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer für Betriebswirtschaft (VHB) in seinem Newsletter vom 18. Juni 2026 die Bedeutung von Open Science für die Betriebswirtschaftslehre ein.

Der VHB verfolgt das Ziel, die Betriebswirtschaftslehre durch eine Forschungskultur zu stärken, die Transparenz, Nachvollziehbarkeit und gemeinsame Verantwortung fördert. Bei der Umsetzung von Open Science mangelt es nach Einschätzung des Verbands weniger an der grundsätzlichen Bereitschaft der Wissenschaftler.innen. Die Herausforderungen liegen vielmehr in den strukturellen Rahmenbedingungen. Dazu gehören fehlende Anreize, unzureichende Infrastrukturen, fehlende Qualifikationen, unklare Verfahren, rechtliche Einschränkungen und hohe Kosten.

Handlungsempfehlungen für Forschung und Lehre

Vor diesem Hintergrund hat der Gesamtvorstand des VHB eine Arbeitsgruppe Open Science eingesetzt. Sie kam am 11. Juni 2026 zu ihrer ersten Sitzung zusammen.

Die Arbeitsgruppe untersucht, wie Open Science zu einer transparenten, nachvollziehbaren und gemeinschaftlich verantworteten Forschungspraxis in der Betriebswirtschaftslehre beitragen kann. Auf dieser Grundlage sollen konkrete Handlungsempfehlungen entwickelt werden. Sie sollen dabei helfen, strukturelle Hürden abzubauen und Open Science in der betriebswirtschaftlichen Forschung und Lehre zu fördern.

Für die ZBW ist die Mitarbeit in der Arbeitsgruppe wichtig, weil sie dort nicht nur ihre Expertise zu Open Science und wissenschaftlicher Informationsinfrastruktur einbringen, sondern auch die Bedarfe der betriebswirtschaftlichen Fachcommunity aufnehmen und gemeinsam mit ihr praxisnahe Lösungen entwickeln kann.

Die Arbeitsgruppe verfolgt vier Ziele:

  • Open Science systematisch im VHB stärken,
  • die Potenziale von Open Science für die Betriebswirtschaftslehre identifizieren,
  • Hemmnisse bei der Umsetzung benennen,
  • bis Ende 2026 konkrete Handlungsempfehlungen entwickeln.

Sprecher der Arbeitsgruppe ist

Prof. Dr. Dr. h.c. Marko Sarstedt
Ludwig-Maximilians-Universität München

Ansprechpartner im Gesamtvorstand ist

Prof. Dr. Christian Koziol
Eberhard Karls Universität Tübingen

Mitglieder der Arbeitsgruppe

Prof. Dr. Joachim Gassen
Humboldt-Universität zu Berlin

Prof. Thomas Gehrig, Ph.D.
Universität Wien

Prof. Dr. Maximilian Heimstädt
Helmut Schmidt Universität Hamburg

Prof. Dr. Matthias Klumpp
Universität Bremen

Dr. Ulrich Krieger
Universitätsbibliothek Mannheim

Dr. David Rößler-von Saß
Freie Universität Berlin

Prof. Dr. Christopher Schlägel
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Prof. Dr. Ute Schmiel
Universität Duisburg-Essen

Dr. Doreen Siegfried
ZBW – Leibniz- Informationszentrum Wirtschaft

Prof. Dr. Matthias Söllner
Universität Kassel

Prof. Dr. Nancy Wünderlich
Technische Universität Berlin

Erste Arbeitsfelder festgelegt

In ihrer ersten Sitzung hat die Arbeitsgruppe bereits mehrere Arbeitsfelder beraten. Geplant ist unter anderem ein Panel zu wissenschaftstheoretischen und -philosophischen Fragestellungen auf der kommenden VHB-Jahrestagung. Darüber hinaus soll eine bundesweite Studie zu Open Science auf den Weg gebracht werden. Sie soll Erkenntnisse über den Stand, die Potenziale und die Hemmnisse von Open Science in der Betriebswirtschaftslehre liefern.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Thema Open Science Education. Vorhandene Inhalte, Materialien und Ansätze zur Vermittlung von Open-Science-Kompetenzen in der Betriebswirtschaftslehre sollen gebündelt, aufeinander abgestimmt und für Forschung und Lehre aufbereitet werden. Diese koordinierte Zusammenführung von Inhalten soll eine Grundlage dafür schaffen, Open Science stärker in der betriebswirtschaftlichen Aus- und Weiterbildung zu verankern.




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